Bitterli, Marcel
Denis Marcel Bitterli, Mediator SDM / EBEM, Schulleiter, Lehrer, Theaterschaffender, Kunsttherapeut (i.A.).
Er lebt in Basel und ist verheiratet.
Er studierte in Basel Geschichte und Geographie. Am Lehrerseminar Liestal liess er sich zum Primarlehrer und bei Künstlerinnen und Künstlern im In- und Ausland zum Theaterschaffenden ausbilden.
Weiterbildungen absolvierte er zum Schulleiter an der Akademie für Erwachsenenbildung Luzern, in Moderation an der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften, in Mediation am Ausbildungsinstitut perspectiva in Basel und in Maltherapie (i.A) am Institut für prozessorientierte Kunsttherapie in Thalwil.
Zuerst unterrichtete er an der Primarschule Zunzgen und Reinach auf der Unter- und Mittelstufe. Anschliessend übernahm er Lehraufträge an der Jugendmusikschule Reinach für die Fächer "Musiktheater-werkstatt" und "Musik und Malen" und war Dozent am Lehrerseminar Liestal für das Pflichtwahlfach Theater. Am Friedensinstitut Liestal begleitete er Erwachsene in der Persönlichkeitsbildung.
Heute ist Denis Marcel Bitterli mit dem Friedensbüro Basel vermittelnd und beratend und an der Schule Biel-Benken als Schulleiter und Lehrer tätig. Mit dem Theater XL tritt er regelmässig in Kleintheatern und an Schulen auf und regt mit den eigenen Theaterstücken zum Nachdenken an.
Unermüdlich setzt er sich für eine nachhaltige Friedensförderung ein und entwickelte die interdisziplinäre Friedensarbeit "Dialog". In der beruflichen Tätigkeit wendet er sie erfolgreich an.
Denis Marcel Bitterli ist Mitglied vom Schweizerischen Dachverband Mediation und Präsident vom Europäischen Berufsverband für Eigenständige Mediation Schweiz.
... und wenn Sie noch mehr über Denis Marcel Bitterli wissen möchten:
« Freiheit wird einem nicht gegeben. Man muss sie sich nehmen. »
Meret Oppenheim
Denis Marcel Bitterli, Mediator SDM
Die unermüdliche Suche nach persönlicher Freiheit und das ausgeprägte Gerechtigkeitsempfinden beeinflussten den beruflichen Werdegang.
Im Jahre 1986 schrieb ich mich an der Universität Basel für die Fächer Geschichte und Geographie ein. Während dem Studium beschäftigte ich mich mit den Ursachen und Hintergründen von Kriegen. In den Nachforschungen kam ich zum Schluss, dass es nicht nur an falschen Staatsformen oder an fehlenden Gesetzen sondern auch am Menschen selbst liegt, dass Friede nicht dauerhaft verwirklicht werden kann. Ich begann, mich vertieft mit dem Innenleben auseinander zu setzen.
Am Lehrerseminar Liestal absolvierte ich die Primarlehrerausbildung. Mein Interesse galt vor allem dem «schwierigen Kind», weil ich glaubte, in seinen Problemen den Ursprung des Unfriedens in der Welt zu entdecken. Im einjährigen Vorpraktikum im Sonderschulheim zur Hoffnung (BS), in den unterrichtspraktischen Übungen innerhalb der Ausbildung und im zweijährigen Lehrauftrag an der Primarschule Zunzgen (BL) stellte sich heraus, dass jedes Kind von Natur aus eine Unzufriedenheit in sich spürt. Sie erwies sich bei Streitereien im Klassenverband stets als der eigentliche Auslöser. Die Vermutung, dass diese bis ins Erwachsenenalter erhalten bleibt und sie der Grund für die Konflikte in der Welt ist, bestätigte sich in der Zusammenarbeit mit Arbeitskolleginnen und -kollegen und der Elternschaft sowie bei der genaueren Betrachtung der heutigen Gesellschaft.
Nachdem ich die Anstellung als Lehrer gekündigt hatte, suchte ich nach Mitteln und Wegen, wie dieses Urleiden überwunden werden kann. Da ich die befreiende Wirkung der Künste schon als kleiner Knabe erlebte und ich eine musische, gestalterische Schulbildung genoss, hoffte ich, den Schlüssel für den Frieden in ihnen zu finden. Während drei Jahren vertiefte ich die kreativen Fähigkeiten bei Künstlerinnen und Künstlern und entwickelte aus Theater, Musik, Tanz und bildender Kunst eine spezielle Art von Theater: Das Kunsttheater. Im ersten Theaterstück «Wintertanz» thematisierte ich das von der Unzufriedenheit geprägte Zusammenleben.
An mir selber spürte ich, dass mir die intensive Beschäftigung mit der Geschichte und das tägliche Aufbautraining halfen, zufriedener zu werden. In Kursen, die ich für Lehrerinnen und Lehrer und für Mitglieder von Amateurbühnen und für Theaterbegeisterte anbot und in der Unterrichtstätigkeit an der Primarschule Reinach zeichnete sich immer deutlicher ab, dass sich die Theaterarbeit auch stärkend auf andere auswirkte. Ich begann, sie zu systematisieren und nach agogischen Gesichtspunkten zu vertiefen. Es entstanden friedensförderliche Methoden, die sowohl künstlerisch Begabte wie auch kreativ Ungeübte leicht anwenden konnten.
1995 bot ich sie am Friedensinstitut Liestal und an der Jugendmusikschule Reinach zum ersten Mal an. Das Angebot fand grossen Anklang und innert kurzer Zeit wuchs der Kundenstamm rasant an. Ich durfte eine Vielzahl von Menschen auf der Suche nach dem persönlichen Frieden unterstützen. Stetig bildete ich mich weiter. Nebenberuflich liess ich mich an der Akademie für Erwachsenenbildung Luzern zum Schulleiter, am Ausbildungsinstitut perspectiva Basel zum Mediator und am Institut für prozessorientierte Kunsttherapie Thalwil zum Kunsttherapeuten (i.A.) ausbilden.
Mit der Übernahme des Lehr- und Leitungsauftrages an der Schule Biel-Benken im Jahre 2000 und der Eröffnung vom Friedensbüro Basel im März 2010 breitete sich das Berufsfeld allmählich weiter aus. Neben der Arbeit am persönlichen Frieden gewannen auch die Schaffung von friedensförderlichen Strukturen, Kommunikationstraining, Krisen- und Konfliktmanagement und Vermittlung immer mehr an Bedeutung. Zu meiner Überraschung liessen sich die künstlerischen Mittel mühelos mit den klassischen Verfahren verbinden und effektiv in den neuen Arbeitsfeldern einsetzen. Ferner hat die berufliche Praxis gezeigt, dass es für einen dauerhaften Frieden nicht ausreicht, nur die einzelnen Konflikte zu mediieren. Ein umfassendes Vorgehen ist notwendig. Deshalb ist mir neben der Bearbeitung auch die Vorbeugung von Konflikten ein sehr grosses Anliegen.
Für die integrative Friedensförderung habe ich die Arbeitskonzeption «Dialog» zusammengestellt. Im Handbuch «Die Kunst des Friedens» beschreibe ich sie ausführlich.