Gewaltfreie Kommunikation
Gewaltfreie Kommunikation

GfK / Lösungsfokussierung

Gewaltfreie Kommunikation und Lösungsfokussierung

Was ist GfK?

Gewaltfreie Kommunikation und Lösungsfokussierung Die Gewaltfreie Kommunikation (GfK) ist ein Konzept, das von dem klinischen Psychologen und international tätigem Konfliktmoderator Marshall B. Rosenberg in den 1970iger und 1980iger Jahren entwickelt wurde.

Gewaltfreie Kommunikation GfK

Die GFK geht davon aus, dass es dem Grundanliegen eines jeden Menschen entspricht, zum Wohl der anderen beizutragen. Es soll Menschen in allen Lebensbereichen ermöglichen, so miteinander umzugehen, dass der Kommunikationsfluss zwischen ihnen verbessert wird. Sie ist aber mehr als nur eine Kommunikationsmethode und versteht sich als ein tiefgreifender Prozess der Persönlichkeitsentwicklung, der zu einer umfassenderen empathischen Haltung – mit sich selbst und anderen führt.

Die GfK ist ein Prozess, der mich daran erinnert und mir bewusst macht, dass sowohl Ich als auch mein Du in jedem Moment eine Wahlmöglichkeit haben: nämlich mir und anderen entweder das Leben zu erschweren oder das Leben zu bereichern.
Marshall B. Rosenberg

Die entscheidenden Annahmen der gewaltfreien Kommunikation sind:

  • Menschen sind an guten Verbindungen interessiert.
  • Menschen brauchen Einfühlung (Empathie) und Wertschätzung.
  • Menschen tun freiwillig etwas, um den anderen das Leben zu verschönern.
  • Unsere Bedürfnisse sind die Motivation für unsere Handlungen.
  • Hinter jeder "aggressiven" Aussage (oder Handlung) lässt sich das dahinter liegende Gefühl und (unerfüllte) Bedürfnis heraushören (empathisch zuhören).

Was ist Lösungsfokussierung?

Lösungsfokussierung bedeutet, die Aufmerksamkeit systematisch auf das zu konzentrieren, was funktioniert und nicht auf das was nicht funktioniert. Sie geht davon aus, dass die für die Lösung notwendigen Kompetenzen und Ressourcen bei den betreffenden Personen bereits vorhanden sind und nur aktiviert zu werden brauchen. Sie vertraut darauf, dass Lösungen durch kleine Schritte, die in die erwünschte Richtung gehen ausgelöst werden und die sich im konkreten sozialen Kontext funktionierenden Lösungen einen Weg bahnen.

Entwickelt wurde dieser Ansatz von Steve de Shazer und Insoo Kim Berg zusammen mit einer Vielzahl von Kolleginnen und Kollegen seit 1978 im Brief Family Therapy Center (BFTC) in Milwaukee. In Europa wurde darauf aufbauend der Ansatz unter anderem in Brügge vom Psychiater und Psychotherapeuten Luc Isebaert und seinen Kolleginnen und Kollegen für den psychiatrischen Bereich und von Louis Caufmann für den Bereich der Organisationsberatung weiterentwickelt.

Die wesentlichen Elemente der Lösungsfokussierung entstammen der Kommunikationstheorie, der Systemtheorie und Kybernetik zweiter Ordnung, dem radikalen Konstruktivismus sowie der Chaostheorie und Selbstorganisation. Die lösungsfokussierte Therapie als Grundlage aller Anwendungen der Lösungsfokussierung wurde stark geprägt durch die Hypnotherapie von Milton H. Erickson und die Sprachphilosopie des Österreichers Ludwig Wittgenstein. Der Prozess und die Wirksamkeit des lösungsfokussierten Ansatzes wird durch eine Vielzahl wissenschaftlicher Forschungsergebnisse nachgewiesen und findet vor allem auch Bestätigung in der aktuellen Hirnforschung, insbesondere dem Konzept der Neuroplastizität: Diese besagt, dass das Gehirn seine Struktur und seine damit zusammenhängende Funktion laufend verändert, der gemachten Erfahrung anpasst. So besteht Lernen in der Verstärkung synaptischer Verbindungen zwischen Neuronen.

Das zentral und radikal "Neue" am "Lösungsfokussierten Ansatz" ist das Bekenntnis zur "Einfachheit": Um in komplexen Situationen und Systemen erfolgreich zu sein, ist es nicht immer hilfreich, sie modellieren und verstehen zu wollen - hilfreicher ist es oft, unvoreingenommen zu beobachten, was alles wie gewünscht funktioniert, um in kleinen Schritten mehr davon zu tun.

Grundannahmen der Lösungsfokussierung

  • Repariere nicht, was nicht kaputt ist
  • Wenn es funktioniert - tu mehr davon
  • Wenn es nicht funktioniert - höre auf damit auf und tue etwas ander(e)s
  • Kleine Schritte führen zu grossen Veränderungen
  • Die Lösung ist nicht zwingend mit dem Problem verbunden
  • Die Sprache für die Entwicklung von Lösungen ist eine andere als die für die Beschreibung von Problemen
  • Kein Problem ist ständig da; es gibt immer Ausnahmen, die genutzt werden können
  • Wir schaffen unsere Zukunft selbst und handeln sie zusammen aus

Weitere Details unter

Denkzettel

Wir sehen die Dinge nicht so wie sie sind,
sondern so, wie wir sind.
Anais Nin

Denkzettel

Wir sehen die Dinge nicht so wie sie sind,
sondern so, wie wir sind.
Anais Nin