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Ausbildungsinstitut perspectiva

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Durch-wurzeln

Nein, ich habe mich nicht verschrieben. Und nein, es geht nicht ums Durch-wursteln. Obwohl das für einen der Schweizer Bundesräte bekanntermassen als anerkannte Klein-Staaten-Strategie in einer komplexen Welt gilt.

Durch-wurzeln hat mit einer Aufgabe zu tun, die mir quasi nebenamtlich zugefallen ist: Ich begrüne unser Ausbildungsinstitut und das mit Herzblut (notabene Laienblut). Ich topfe um und ziehe Ableger oder Jungpflänzchen aus Kernen, Steinen und anderen Samen, nach bestem Wissen und Gewissen.

Immer wieder beeindruckt mich dabei, wenn ich Pflanzen (ganz nach optischem Eindruck) den nächstgrösseren Topf zugestehe, wie ganz und gar durch-gewurzelt der zu klein werdende Topf ist. Wo auch immer Erde und anderes Substrat hingewechselt sein mögen, der Topf scheint vom Wurzelballen ausgefüllt. Und interessant ist auch: Bei der Pflanze im grösseren Topf, passiert oben erstmal wenig. Vermutlich muss sie erstmal ‒ Sie ahnen es ‒ durch-wurzeln.

Vielleicht lässt sich dieses Bild auch auf Menschen übertragen? Zum Beispiel, wenn Neues gelernt, Botschaften verstanden, aber noch "intern prozessiert" werden müssen, so dass äusserlich erst noch wenig Unterschied auszumachen ist?

Es gäbe doch Hoffnung, in Bezug auf Umweltschutz und Klimawandel, Frieden und Mitmenschlichkeit, aber auch Kindererziehung und Zusammenleben, zu denken: Auch wenn wir gerade noch keine Änderung sehen, vielleicht ist der grösser gewordene Topf ‒ die Einsicht ‒ schon da und muss einfach noch durch-gewurzelt werden.

Könnte dies sogar dem Durch-wursteln etwas mehr Tiefe verleihen? Keine Sorge, eine Antwort wird nicht sofort erwartet: Es darf erst noch durch-wurzeln.